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Berichte

Menzo überrascht!

An der dunkelsten Stelle des schmalen Fusswegs, der mich vom Bahnhof nach Hause führt, sprach die Stimme aus dem Regen.

Du bist spät unterwegs, niemand ausser dir folgt diesem Pfad. Andere Menschen, wie du, mit der Bahn angekommen, hasten der Strasse entlang und nehmen eine längere Strecke zu ihrem Heim in Kauf.

Ja, antwortete ich, es ist allen freigestellt den Nachhauseweg, so wie es ihnen beliebt, zu wählen.

Falsch, all jene, die der Strasse entlang gehen sind Frauen. Sie fürchten sich in der Dunkelheit. Zu meiner Zeit durften Frauen nach Einbruch der Nacht nicht aus dem Haus. Wölfe und Bären strichen auf der Suche nach Beute umher. Vom Priester in seinen Predigten angedroht, fürchteten sie sich vor Dämonen und dem Teufel. Böse Geister würden ihnen Schaden zuführen. Tatsächlich lauerten Unholde, Gauner und Banditen an dunklen Stellen.

Das kann ja sein, doch heute gibt es keine gefährliche, herumziehende Tiere, an Dämonen glaubt niemand mehr.

Stimmt, auch den Teufel gibt es nicht. Nach meinem Ableben hätte ich, so drohte der Beichtvater es, bei meinem Lebenswandel, den Teufel in der Höllen, getroffen. Nichts von dem geschah. Den Typen gibt es nicht, sowenig wie der Osterhase Eier bringt. Ihr Heutigen würdet den Teufel und die Hölle als Fake benennen. Eine Figur, die erfunden wurde, unbescholtenen Menschen Angst vor dem Tod zu bereiten.

Dafür, dass es Geister gibt, bin ich der beste Beweis. Ich kann dich beruhigen, im Verein der Geister sind nur solche zugelassen, welche ohne Aufsehen zu wecken die Menschen beobachten, sich über sie amüsieren oder mit ihnen trauern. Du stimmst mit mir überein, auch Frauen müssten sich nicht ängstigen die schmalen Fusswege, von denen es einige in der Gemeinde hat, in der Nacht zu begehen.

Insofern bist du im Recht. Als ein Zeichen der Wertschätzung eurer Frauen, würde ich an diesen Fusswegen eine Beleuchtung einrichten. Mit dem Modewort «Nachhaltigkeit» zu sprechen, eine Aktion die Jahre später an 975 Jahre Menziken erinnern würde.


Hans Schaub
Mit Ritter Menzo sprach Hans Schaub, Autor verschiedener Romane, wohnhaft in Menziken.
Beliebt sind auch seine «Uftsellerli», die er auf seiner Website www.hansschaub.ch in unregelmässigen Abständen veröffentlicht.

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